Max Liebermann - Gartenlokal an der Havel unter Bäumen (Schildhorn)
Max Liebermann - Gartenlokal an der Havel unter Bäumen (Schildhorn), ca. 1921, Quelle: Wikimedia Commons

Das Schildhorn in der Geschichte

Aufgrund der attraktiven Lage, sowie durch den Bau der Havelchaussee und der Inbetriebnahme der Wannseebahn 1874 wurde das Schildhorn zum beliebtesten Ausflugsgebiet vor den Toren Berlins. Zehntausende Spandauer und Berliner strömten jedes Jahr durch den Grunewald oder mit dem Dampfschiff an die Havelbucht mit dem Schildhorndenkmal.

Bis 1900 hatten sich drei große Ausflugslokale etabliert: Schröder, Richter und Ritzhaupt. Das nördliche Lokal (Schröder) wurde weitgehend von einem Brand zerstört; dort findet man heute den Yachthafen Schildhorn. Das südliche Lokal (Ritzhaupt) wurde 1965 abgerissen, um dort das „Hotel Haus Schildhorn” zu errichten. So ist das „Wirtshaus Schildhorn” das einzige Gebäude-Ensemble, das bis heute weitgehend original erhalten geblieben ist.

Das Wirtshaus Schildhorn

Das Anwesen „Wirtshaus Schildhorn” wurde von 1869 bis ca. 1894 gebaut und umfaßt ein Wohnhaus, ein Fachwerkhaus sowie das sogenannte Landhaus mit Festsaal und angeschlossenem Wintergarten. Das gesamte Ensemble steht seit 1985 unter Denkmalschutz.

Die Schildhornsage

Nach dem Frieden zu Frankfurt am Main wurde Ulbrecht der Bär im Jahre 1142 mit der Mark Brandenburg belehnt. Er widmete sich mit rastlosem Eifer der Kolonisation diese Landes und der Bekehrung der Heiden zum Christentum. Nach dem Tode des Wendenfürsten Pribislaw im Jahre 1150 gelangte er in den Besitz Brandenburgs und des Havellandes. Über bald schon musste er sich wieder gegen die Wenden rüsten. Jaczo von Köpenick, ein Basall und Verwandter Pribislaws, erklärte sich nicht damit einverstanden, dass Ulbrecht der Bär die Länder Pribislaws erhielt. Er begann den Krieg gegen Ulbrecht und eroberte 1157 die Mark Brandenburg. Bald aber gelang es Ulbrecht, ihn wieder zu vertreiben. An diese Vertreibung schließt sich folgende Sage:

Auf der Flucht soll Jaczo, verfolgt von Feinden, auf der Halbinsel Schildhorn gegenüber gelegenen Bergen von Weinmeisterhorn an die Havel gekommen sein. Da er keine andere Rettung mehr zu erwarten hatte, gelobte er, falls er glücklich ans jenseitige Ufer käme, die Lehre des Christengottes anzunehmen. Mutig sei er darauf in die Fluten gesprungen und habe glücklich das jenseitige Ufer erreicht, wo seine Tochter und ein Bischof seiner harrten. Er habe sich sogleich taufen lassen. Zum Zeichen dafür soll er an einer Eiche seinen Schild und sein Horn aufgehängt haben.

Diesen Umstand soll die Landzunge ihren Namen verdanken. An der Stelle der Eiche erhebt sich jetzt das unter Friedrich Wilhelm IV. 1845 errichtete Schildhorndenkmal.